Samstag, 22. August 2015

Erfahrungen mit Filtersystemen (Haida, Lee, Hitech, Cokin)

Zuerst habe ich vor Jahren aus Kostengründen mit Cokin-Filtern angefangen. Buchstäblich nach dem ersten Sujet habe ich dieses weggelegt und nie mehr verwendet. Beim ND Filter hätte ich die Bilder höchstens als schlechte SW-Bild verwenden können. Die verschiedenen Farbstiche konnte ich nicht korrigieren.
Dann habe ich Tests gelesen, recherchiert und mich dann entschieden, das Lee Filtersystem zu kaufen. Das ist nun wirklich eine sehr teure Angelegenheit. Vor allem der Polfilter kosten über 350.-, die Verlauf-Filter sind auch nicht gerade günstig. Im Allgemeinen war ich zufrieden mit den Resultaten, kleinere und grössere Probleme hatte ich aber schon.

Quelle: http://forum.luminous-landscape.com/index.php?topic=14398.0
Der Messingstift der Halterung ist recht klein und wird gleichzeitig als Justierschraube verwendet. Eine oder zwei Drehungen an der Schraube - und der Filterhalter fällt sehr leicht ab. Weil der Halter recht gross ist, passiert es leicht, dass der Filterhalter unbeabsichtigt abgerissen wird. Deshalb nach jeder Benutzung bein säuberlich abmontieren und versorgen. Da ich das nicht immer gemacht habe, ist mein Adapter wiederholt zu Boden gefallen. Da der Polfilter ganz vorne montiert und vor den ND resp. GND-Filtern eingesetzt wird, hat dieser a) einen sehr grossen Durchmesser und ist entsprechend teuer und b) dunkelt er schon bei einem APS-C 12mm Objektiv die Ecken ab, auch wenn man nur einen ND-Filter zusätzlich verwendet. Er ist wegen der Position, der nicht sooo stabilen Befestigung des  Adapters und der Grösse stark bruchgefährdet. Zudem kann Licht auf der Seite eindringen.

Ich hatte Glück und der Polfilter ist nicht zerbrochen. Dafür wurde mir die Fotoausrüstung gestohlen.

Nun ging die Suche wieder von vorne los. Tests lesen, recherchieren.
Neue Namen tauchten neben Lee auf: Hitech und Haida. Hitech-Filter habe ich schon im Lee-Filtersystem verwendet.

In den Tests nehmen sich die 3 Marken nicht viel, allen gemein ist die Tatsache, dass sie in der Schweiz nicht zu leicht zu beschaffen sind und dass viele Filter gar nicht geliefert werden können.

Was mich nach den Erfahrungen mit Lee bei Haida überzeugt hat, das ist der Aufbau des Systems.
Der Polfilter wird direkt in den Adapterring geschraubt, er ist also sehr nahe an der Frontlinse. Dadurch ist der Durchmesser kleiner und der Filter kann kostengünstiger produziert werden, es gibt weniger Streulicht und der Filter kann nicht so einfach abgerissen werden. Dafür ist der Wechsel von Objektiv zu Objektiv nicht so einfach, weil man den Filter jeweils herausschrauben muss. Der Aluminium-Filterhalter ist gut gemacht und die ND- und GND-Filter können dann von verschiedenen Herstellern stammen. Bei diesem System konnte ich beim gleichen Objektiv keine Abschattungen in den Ecken feststellen.

Die Resultate mit dem Polfilter sind ähnlich wie beim Lee-Filtersystem, beim Handling sehe ich Unterschiede. So viel Geld wie beim Lee System wollte ich nicht mehr ausgeben. So bin ich mit der Haida-Lösung sehr zufrieden, weil es gute Resultate liefert, kompakt und stabil ist und günstiger ist. Ich werde aber sicher auf Filter der jeweils anderen Firmen zurückgreifen (müssen).

Nur mit Adapter.

Mit eingeschraubtem Polfilter

Adapter, Polfilter und zusätzlicher Filterhalter

Adapter, Polfiler, Filterhalter und GND-Filter

Von oben


Von vorne mit Polfilter

Nur mit Filterhalter

Adapter und Polfilter im Schutzdeckel

Detail der Befestigung des Filterhalters.
Ach ja, Verlaufsfilter aus Glas sind kein Thema mehr für mich. ich habe zwei davon zerbrochen ...

Objektivdeckel

Objektivdeckel gehen schon einmal verloren. Und vermutlich nicht nur bei mir. Jedes Objektiv hat einen anderen Durchmesser.
Es gibt einen guten Grund, ein Filtersystem zu kaufen, auch wenn man keine Filter kaufen will. Man damit einige Probleme umgehen kann.

Ich kaufe für jedes Objektiv einen Adapterring z. B. für ein 10cm System von Lee, Haida, Cokin, ... Die Adapterringe sind verhältnismässig günstig. Sie schützen das Objektiv zusätzlich durch den grösseren Durchmesser.


Bei Lee Filter Systems kaufe ich für sehr wenig Geld (die Filter sind dann deutlich teurer) weisse Abdeckkappen. Diese halten sehr gut auf den Adapterringen und fallen nicht so einfach ab. Jedes Objektiv wird mit der gleichen Kappe geschützt, beim Objektivwechsel muss nur noch der Bajonettdeckel gewechselt werden.

Damit habe ich aber noch den Vorteil, dass ich ein Filtersystem verwenden könnte, wenn ich das wollte.

Objektivdeckel und Umkehrringe

Bei mir fehlen immer wieder Objektivdeckel, manchmal tauchen sie lange Zeit später in irgend einem Kleidungsstück wieder auf, manchmal sind sie nicht mehr auffindbar. Dazu kommen Filter und Adapter wie Umkehrringe. Bei mir kann es passieren, dass diese ebenfalls verschwinden. Es könnte zwar sein, dass das anderen Personen auch passiert.
Deshalb habe ich hier einige Tipps zusammengetragen.

Umkehrringe: Ich lasse den Umkehrring am Makro-Objektiv und verwende einen Bajonettdeckel, um die Frontlinse zu schützen. Ich kann das Objektiv jederzeit wenden und das Bajonett mit dem gleichen Deckel schützen.


Makro-Objektiv mit Umkehrring, unten der Bajonettdeckel.

Hier mit dem Objektivdeckel auf dem Umkehrring. Er hält entsprechend gut, weil er eingerastet wird.

Das Objektiv ist nun in der Umkehrposition.

Und nun mit der Abdeckung.
Okay, den Bajonettdeckel kann man immer noch verlegen. Wenigstens fällt er nicht so leicht ab und der Umkehrring ist immer dabei.

Sirui M-3204 Review

Vor zwei Jahren habe ich ein Sirui Stativ gekauft. Es war sehr teuer, ich hatte grosse Erwartungen. Die Tests auf vielen Websites waren sehr gut ausgefallen. Einige Erwartungen haben sich erfüllt: Kompaktheit, Gewicht, Stabilität, so weit man die Mittelsäule des Stativs nicht ganz ausfährt. Bei Timelapse-Aufnahmen kann es dann ganz schön wackeln.

Dass keine Nivellierlibelle dabei ist, hat man ja schon vor dem Kauf gesehen. Es ist trotzdem enttäuschend, dass das bei diesem Preis nicht selbstverständlich ist.

Ich habe mir mit ca. 3 Fr. eine Libelle auf Amazon gekauft und mit Sekundenkleber draufgeklebt. Es hält nun seit 2 Jahren - und ich benutzte das Stativ bei jeder möglichen Temperatur, bei Regen, Schnee und Sonne.


Was mich wirklich ärgert und halt in den Kurzzeittests keine Rolle spielt, ist die Qualität. Bei mir ist nun schon das zweite Stativbein einfach herausgefallen. Die Befestigung der Beine ist offenbar nicht sehr stabil gemacht.

Da man eine recht ausgedehnte Garantiezeit hat, kann man den Mangel beheben lassen. Allerdings musste ich beim ersten Mal mehr als einen Monat auf die Reparatur warten. Die Ersatzteile sind von Sirui sehr spät geliefert worden.

Jetzt zögere ich mit der Reparatur, weil ich nicht schon wieder so lange auf das Stativ warten will. Und wann fällt das dritte Bein heraus?

Insgesamt würde ich kein Sirui Stativ mehr kaufen und einer anderen Firma die Chance geben, mich zu überzeugen.

So habe ich auf einer Auktion ein Velbon Karbon-Stativ erstanden, welches zwar ein paar Jahre alt ist, dafür nur einen Bruchteil des Sirui-Stativs gekostet hat.